Fertige Seifenstücke

Naturseife selber machen

selbstgemachte Seife

DIY-Seife

Ich liebe Seife. Nicht nur, dass ihre Benutzung viel umweltfreundlicher als das Kaufen und Entsorgen von Duschgel, Shampoo und Co. ist (Stichwort zerowaste und plastic-free). Seifen machen sich super auf Reisen, weil sie ohne Beschränkung im Handgepäck mitgenommen werden und ein super praktisches Format haben. Mittlerweile benutze ich Seifenstücke für mein Gesicht, für meine Haare, meinen Körper und meine Hände und bin begeistert.

Seife liegt gerade total im Trend und online finden sich tausende Rezepte für die verschiedensten Anwendungsbereiche. Die meisten von ihnen beruhen aber auf fertig gekauften Seifenbasis-Blöcken. Seifenbasis kaufen, kann jeder – Seife richtig selber machen kannst du jetzt auch. From scratch, bei Null angefangen und nur mit guten Zutaten.

Detox Marmor Seife

Marmor-Seife

In diesem Blogartikel findest du ein Basis-Rezept für deine Naturseife, gefolgt von zwei unterschiedlichen Veredelungen – eine Detox-Marmorseife mit Aktivkohle und eine wohlriechende Lavendelseife mit Entspannungseffekt. Je nachdem für welche Seife du dich entscheidest, solltest du dir also die jeweiligen Accessoires dazu kaufen. Das Grundrezept für beide Produkte ist dasselbe.

Mit ein Bisschen Übung und Erfahrung wirst du schnell eigene Rezepte entwickeln und neue Lieblingsseifen zaubern können. Übrigens eignet sich selbstgemachte Seife auch super als (Weihnachts-) Geschenk. Also an die Arbeit!

Entspannungs-Effekt

Lavendelseife

Das Wichtigste zuerst:

Beim Herstellen von Seife ist absolute Vorsicht geboten. Für die Verseifung verwenden wir Natriumhydroxid. Das ist giftig und bei der Mischung der Lauge entstehen giftige, schädliche Gase. Du solltest also am besten draußen, an der frischen Luft arbeiten, zumindest aber am offenen Fenster. Halte deine Kinder und Haustiere vom Ort der Seifen-Action fern und konzentrier dich ganz auf die Herstellung, damit dir keine Fehler passieren. Damit die Seife einen gut verträglichen pH-Wert bekommt, ist genaues Abwiegen der Zutaten und exaktes Arbeiten gefragt. Minimiere deshalb das Ablenkungspotenzial und konzentrier dich ganz auf deine Seife, dann wird die Herstellung fast so entspannend wie Meditieren.

Safety first!

Equipment

EQUIPMENT

Bevor es losgeht, besorg dir das nötige Equipment. Gummihandschuhe und eine Schutzbrille für die Augen schützen dich vor möglichen Verätzungen. Trag zur Herstellung am besten nicht deine Lieblingsdesignerkleidung, da durch Spritzer Flecken entstehen können.

Für das Abfüllen der Seifenmasse kannst du praktische Silikonformen verwenden, oder aber auf eine herkömmliche Auflaufform zurückgreifen und die harte Masse dann mit einem Messer in entsprechende Stücke schneiden.

Ich empfehle dir außerdem ein Rührgerät, oder einen Mixstab zu verwenden. Das ist zwar kein Muss, aber aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass das Rühren mit einem herkömmlichen Schneebesen extrem lange dauern und deine Arme vor Anstrengung lahm legen kann.

Öle, Natriumhydroxid, Wasser

Seifenbasis-Zutaten

SEIFENBASIS

Bei der Auswahl der Öle kommt es auf den richtigen Anteil gesättigter und ungesättigter Fettsäuren an, damit deine Seife so mild und pflegend wie möglich wird. Mit den von mir ausgewählten Zutaten habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Zutaten: verschiedene Öle

Pflegende Öle

Zutaten

  • 250g Kokosöl
  • 230g Olivenöl
  • 300g Rapsöl
  • 100g Mandelöl
  • 70g Sheabutter
  • 120g Natriumhydroxid (NaOH, erhältlich in der Apotheke, im Baumarkt oder im Fotofachgeschäft)
  • 260g destilliertes Wasser

Schmilz das Kokosöl und die Sheabutter im Wasserbad oder auf niedriger Temperatur in der Mikrowelle.

Vermische alle Zutaten in einer großen Schüssel oder in einem großen Topf.

Zieh deine Gummihandschuhe und die Schutzbrille an und öffne das Fenster. Wiege nun die exakte Menge des Natriumhydroxidpulvers ab. Füll die exakte Wassermenge in einen Becher oder ein Glas.

Nun stellst du die Lauge her. Behalte die Schutzkleidung an und gehe an das geöffnete Fenster (oder nach draußen, wenn du die Möglichkeit dazu hast).
Gib das NaOH-Pulver langsam und vorsichtig in das Wasser (nicht umgekehrt!) und rühre die Lauge vorsichtig um. Achtung: Die Flüssigkeit kann dabei sehr heiß werden.

Lauge und Öle miteinander vermengen

NaOH-Lauge mit dem Öl vermischen

Gib nun unter, ständigem Rühren mit einem Schneebesen, die Natriumhydroxidlauge in den Topf mit der Ölmischung.

Nimm dir dein Rührgerät oder deinen Pürrierstab und rühre die Seifenmasse kräftig durch. Alternativ kannst du – wie gesagt – auch mit einem Schneebesen rühren. Das wird allerdings viel länger dauern und dich einiges an Anstrengung kosten.

Die Seifenmasse ist fertig gerührt und kann abgefüllt werden, wenn sie die Konsistenz von warmem Vanillepudding hat.

Fülle die puddingartige Seifenmasse in eine Seifenform oder alternativ eine flache, rechteckige Auflaufform.

Lass die Seife mindestens 24 Stunden lang trocknen und hart werden.
Du kannst sie dann aus den Seifenformen lösen, bzw. sie mit einem Messer in rechteckige Stücke schneiden und aus der Auflaufform nehmen.

Fertige Seifenstücke

Fertig ist die Seife

Für eine aufregendere Seife, sieh dir meine Rezepte für Lavendelseife und meine Marmor-Pflegeseife an. Beide bauen auf dem hier erklärten Seifenbasisrezept auf und können mit nur kleinen Anpassungen aus der Masse gefertigt werden.

ACHTUNG:

Bis du die Seife verwendest, solltest du sie gut verpackt (luftdicht abgeschlossen und an einem dunklen kühlen Ort) mindestens sechs Wochen lang reifen lassen. Du kannst die einzelnen Stücke zum Beispiel in Frischhaltefolie oder Käsepapier einwickeln, um Oxidation und Austrocknen der Seife zu verhindern. Die Warte- und Reifezeit solltest du unbedingt einhalten, weil die Seife sonst aufgrund eines ungünstigen pH-Werts deine Haut austrocknen oder sogar verätzen kann.

Seifenstücke auf Teller

Seifenvariation

Aufrämen nicht vergessen:

Alles Equipment, das du zur Herstellung der Seife verwendet hast, solltest du nach dem Produktionsprozess gründlich reinigen – insbesondere, wenn du die Utensilien im Nachhinein für die Zubereitung von Lebensmitteln verwenden möchtest. Wische alle Flächen ordentlich ab und vergiss bei der Reinigung auch die von dir getragenen Gummihandschuhe nicht.

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