Fertig ist der selbstgemachte Rhabarbersirup

Rhabarbersirup – mit und ohne Entsafter

Selbstgemachter Rhabarbersirup in der Flasche

DIY-Rhabarbersirup

Ich liebe Rhabarber und ich liebe Rhabarbersirup (aka Rhabarbersaft oder –nektar). Rhabarbersirup schmeckt lecker und erfrischend als Schorle mit Sprudelwasser – er macht sich aber auch super als Extra in einem sommerlichen Gläschen Sekt.

Im Garten meiner Großeltern sprießt jedes Jahr der Rhabarber und lässt mir das pinke Rhabarberherz aufgehen. In diesem Jahr war die Ernte besonders reich, sodass ich 15kg Rhabarberstangen kurzerhand zu Sirup verarbeitet habe. Mit dem Entsafter meiner Oma ging das sogar noch schneller. Falls du keinen Entsafter hast, findest du unten auch ein unkompliziertes und schnelles Rezept für Rhabarbersirup ohne Entsafter.

Weil ich es total genieße, mit verschiedenen Zutaten und Aromen zu experimentieren, habe ich neben klassischem Rhabarbersirup auch zwei Rezepte für Rhabarbersirup+ entwickelt. Eine blumige Variante mit Vanille und Lavendel und eine frischere Variante mit Rosmarin und Zitronenschale. Beide Varianten schmecken dezent und mild und sorgen für einen Extra-Kick im Sirup.

Schubkarre voller Rhabarberstangen

Heimische Rhabarberernte

Zutaten

Mit Entsafter

  • 5kg Rhabarber
  • 2kg Zucker

Extra für Rhabarbersirup+

  • 1 Msp. Bourbon-Vanille
  • 1 EL Lavendelblüten (frisch und angetrocknet oder getrocknet)

oder

  • 1 frischer Rosmarinzweig
  • 1 Bio-Zitrone
Rhabarber in grobe Stücke geschnitten

Rhabarberstücke

Zubereitung mit Entsafter

Die Rhabarberstangen gründlich waschen und von allen Schmutzpartikeln befreien.

Dann in grobe Stücke mit einer Länge von 3 bis 5 cm schneiden.

Den Entsafter vorbereiten. Dafür in den unteren Teil des Topfes Wasser füllen (je nach Modell und Größe schwankt die Menge – einfach die Bedienungsanleitung beachten. Der Entsafter meiner Oma nimmt beispielsweise 2l Wasser). Das Sieb einlegen und bis oben voll mit Rhabarberstücken füllen. Den Entsafter mit dem Deckel verschließen und zum Kochen bringen. Während des gesamten Entsaftungsvorgangs muss das Wasser im Topf köcheln. Gegebenenfalls musst du später auch nochmal Wasser unten nachfüllen, falls dieses verdampft ist.

Entsafter auf dem Herd mit Auffangbehälter

Entsafter in Aktion

Durch den unten im Entsafter entstehenden Wasserdampf und die Hitze, wird die Flüssigkeit aus den Rhabarberstücken gepresst und im Auffangbehälter innerhalb des Entsafters gesammelt. Über den Schlauch kann der Saft in einem großen Topf gesammelt werden.

Rhabarberstücke sehen nach der Entsaftung wie Glibber aus

Entsafteter Rhabarber

Sobald der Rhabarbersaft nur noch tröpfchenweise durch den Schlauch tropft, den Entsafter in Schieflage bringen und so den restlichen Saft abfließen lassen. Die entsafteten Rhabarberstücke – die nach der Entsaftung eher an Glibber erinnern – kannst du in einem Sieb über einer Schüssel noch ein Bisschen abtropfen lassen und den so angesammelten „Abtropf“-Saft ebenfalls in den Topf mit dem Rhabarbersaft geben.

Stell den Topf mit deinem Rhabarbersaft auf den Herd und bringe ihn zusammen mit dem Zucker zum kochen.

Fühlst du dich experimentell? Dann kommen jetzt Lavendel und Vanille oder Rosmarin und die Zitrone ins Spiel.

Du kannst natürlich auch in einem Durchgang verschiedene Sorten Sirup herstellen. Dafür empfehle ich dir, den mit Zucker aufgekochten Saft auf verschiedene Töpfe aufzuteilen.

Lavendelblüten

Lavendel-Vanille-Rhabarbersirup

Du hast frischen Lavendel auf dem Balkon oder im Garten? Perfekt! Pflück dir ein kleines Sträußchen, wasch die Blüten und Stiele mit kaltem Wasser und lass den Strauß – am besten kopfüber – einige Stunden antrocknen. Sowohl Schopf-Lavendel als auch Echter Lavendel sind dafür geeignet.

Falls du keinen frischen Lavendel parat hast, kannst du auch einfach getrocknete Blüten verwenden.

Ich empfehle, die Lavendelblüten in ein Teeei oder in einen zugebundenen Teefilter aus Zellulose zu geben. So musst du nicht nochmal absieben.

Gib deine Lavendelblüten im Filter in den Topf. Achtung: Der Saft darf gemeinsam mit den Blüten nicht kochen, sonst kann er am Ende bitter schmecken.

Die Messerspitze reine Vanille kannst du direkt in den Saft geben – ein Filter wird hier nicht benötigt.

Lass den Sirup 20-30 Minuten lang ziehen.

Danach nimmst du dein Filterpaket heraus und bringst den Lavendel-Vanille-Rhabarbersirup vor dem Abfüllen noch einmal zum Kochen.

Frischer Rosmarin

Rosmarinzweig

Rosmarin-Zitrone-Rhabarbersirup

Schäle die Bio-Zitrone und füll die Zitronenschale gemeinsam mit dem Rosmarinzweig in einen Zellulose-Tee-Filter oder ein Teeei. Wenn du einen Papierfilter verwendest, verschließe diesen – zum Beispiel mit einem Bindfaden. Das Rosmarin-Paket lässt du nun in den Topf mit dem Rhabarbersaft gleiten und bringst den Saft zum kochen. Lass deinen „Infused“ Rhabarbernektar 5 Minuten köcheln.

Nach dem Aufkochen des Sirups kannst du das Rosmarin-Päckchen herausnehmen und den heißen Saft abfüllen.

Abgefüllter Rhabarbernektar

Rhabarbersirup in Flaschen

Abfüllen

Den heißen Saft in sterilisierte Flaschen abfüllen. Wie du Glasflaschen abkochst, erfährst du hier.

Verwende zum Abfüllen einen Trichter und versuche, so wenige Saftspritzer wie möglich zu verursachen. Agiere unbedingt vorsichtig und achtsam. Der heiße Sirup verbrennt dir sonst im Nu die Haut.

Verschließe die Flaschen mit dem heißen Saft so schnell wie möglich und lass sie möglichst kopfüber abkühlen.

Fertig ist der selbstgemachte Rhabarbersirup

Lavendel-Vanille-Rhabarbersirup

Du hast keinen Entsafter? Kein Problem!

So kochst du Rhabarbersirup ohne Entsafter.

So wachsen Rhabarberstangen

Zutaten

Ohne Entsafter

  • 2kg Rhabarber
  • 2l Wasser
  • 1,5kg Zucker

Und so geht’s

Rhabarberstangen waschen, schälen und in Stücke mit 3 bis 5 cm Länge schneiden. Wie du Rhabarber am besten schälst, erfährst du hier.

In einem großen Topf die Rhabarberstücke zusammen mit dem Wasser zum Kochen bringen und köcheln lassen, bis daraus ein Brei entsteht.

Den Rhabarberbrei mit einem Pürierstab fein häckseln, bis möglichst alle Fasern klein gemixt sind.

Den pürierten Brei nun wieder erhitzen und den Zucker darin durch sanftes Umrühren auflösen. Die Masse sollte nicht kochen, sondern nur bis maximal 85°C erhitzt werden.

Zu guter Letzt den fertigen Saft in heißem Zustand – so wie oben beschrieben – in sterile Flaschen füllen und kopfüber abkühlen lassen.

Riesiger Rhabarberstrauch

Rhabarberpracht im Garten meiner Großeltern

Den fertig eingekochten Sirup kannst du an einem kühlen dunkeln Ort monatelang aufbewahren und den frischen Geschmack des Sommers so das ganze Jahr lang genießen.

Weitere Rezepte mit Rhabarber findest du hier.

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